130 Jahre Kölner Eifelverein

 

Kurze Geschichte des Kölner Eifelvereins

                                

1888 wird sozusagen als Entwicklungshilfeverein für die Eifel der „Kölner Eifelclub“ – unser ursprünglicher Name - gegründet. Es sollte der notleidenden Eifel mit Beratung und finanzieller Unterstützung volkswirtschaftlich auf die Beine geholfen werden. Bald wurde dem Beispiel anderer Mittelgebirge gefolgt und Tourismusförderung aufgenommen. Damit begann das Wandern in der Eifel.

1903 gab sich der „Kölner Eifelclub“ den Namen „Kölner Eifelverein“.

1904 betraute der Hauptverein (Eifelverein) den KEV mit Wegeplanung und Wegezeichnung in der Eifel und im Königsforst. Diese Aktivitäten werden später als beispielhaft angesehen. Der KEV erhält auch den Auftrag zur Leitung des Schüler- und Studentenherbergswesens in der Eifel – Leiter: Hans Hoitz.

1905 gibt der KEV das erste Wanderbuch des Kölner Eifelvereins heraus. Autor ist Hans Hoitz, der alsbald überarbeitete Auflagen im Selbstverlag oder über den Hauptverein veröffentlicht. Der KEV gibt außerdem das Wanderbuch „Der Königsforst und seine Umgebung“ und die Wanderkarte „Das Oberbergische Land“ heraus.

1909 beginnt der Kölner Eifelverein damit, unabhängig vom Hauptverein, Lehrlingsherbergen in der Eifel einzurichten. Deshalb kommt es zu Zwistigkeiten: Hans Hoitz sieht sein Lebenswerk, die Schülerherbergen, bedroht und tritt aus dem Kölner Eifelverein mit einer Reihe von Mitgliedern aus. Gemeinsam gründen sie die Ortsgruppe Köln des Eifelvereins. Zeitgleich wird der Kölner Eifelverein – weiter an den Eifelverein gebunden – als eingetragener Verein selbständige juristische Person.

1910 kann der Kölner Eifelverein auf 10 markierte Wanderwege im Bergischen Land verweisen – von bereits 230 km Gesamtlänge.
1914 hat der KEV mit 2400 die höchste Mitgliederzahl in seiner Geschichte.

1921 wird im Siebengebirge ein Jugendwanderheim erworben.

Bis zum Zweiten Weltkrieg wächst die Länge des vom KEV gepflegten Wanderwegnetzes weiter. In den 1950er/60er Jahren legt der KEV zusätzlich von Wanderparkplätzen ausgehende Rundwanderwege an und reagiert damit auf die zunehmende Motorisierung der Wanderfreunde. Im Jahr 2005 umfasst das vom Kölner Eifelverein unterhaltene Wegenetz 18 Wanderwege und 13 Rundwanderwege mit einer Gesamtlänge von 486 km. Alle anfallenden Arbeiten werden ehrenamtlich ausgeführt.

1951 Eröffnung des Wanderheims auf dem Eselsberg bei Rodert. Es wird 1985 verkauft.

1955  wirkt der KEV als Vorreiter bei der Entwicklung des Autowanderns und legte Rundwanderwege in Königsforst und Bergischem Land an, die jeweils an einem Wanderparkplatz starten.

1989 wird ein Wanderheim in Koop bei Birresborn eingeweiht. Der KEV veräußert es 1994.

1994 tritt der KEV aus dem Hauptverein aus.

1996 wird das Wanderheim in Bülgenauel/Sieg erworben.

2004 beschließen die KEV-Mitglieder, einen Rundwanderweg um Köln zu konzipieren. Zur Realisierung des Projektes wird 2004 ein Ausschuss gebildet. Er betreibt seine Arbeit so intensiv, dass bereits 2006 die Genehmigung des Weges durch die Bezirksregierung erteilt wird. In zwei Jahren schaffen es die mit der Entwicklung des KÖLNPFADs beauftragten KEV-Mitglieder zusammen mit ehrenamtlichen Helfern, den 170 km langen Rundweg zu konzipieren und zu markieren. An elf Stationen werden Infotafeln errichtet, die den Rundweg beschreiben.

2008 wird der KÖLNPFAD unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit eingeweiht. Zeitgleich erscheint das vom KEV herausgegebene Buch „KÖLNPFAD“ und die dazu gehörige Wanderkarte.

2008 widmet der Kölner Eifelverein seinen Wanderweg 4 nach Lindlar der beliebten, 2006 verstorbenen Wanderführerin Erna Schreiber und nennt ihn Erna-Schreiber-Weg. Entsprechende Schilder werden installiert. Erna Schreiber führte auf mehr als 3600 Wanderungen  zwei­mal wöchentlich bis in ihr 91. Lebensjahr unzählige Wanderfreundinnen und Wanderfreunde durch das von ihr so geliebte Bergische Land. Die erwanderte Strecke entspricht etwa dem anderthalbfachen Erdumfang. 1999 erhielt sie für ihr beispielhaftes soziales Engagement die Bundesverdienstmedaille.

2010 führt KEV-Wanderführer Georg Klink die Feierabendwanderungen ein. Donnerstags nachmittags gehts um 17.30 Uhr los durch das stadtnahe Grün mit Schlusseinkehr in einem Biergarten. In den Wintermonaten wird daraus "Feierabendwanderung zu fremden Töpfen".

2012 erscheint als Ergebnis der Intensivierung stadtnaher Wanderungen das vom KEV herausgegebene Buch „Feierabendtouren“.

2013 feiert der KEV sein 125jähriges Bestehen mit vielen Aktionen und einem großen Jubelfest im Maternushaus. So gibt es einen öffentlichen Vortrag im Domforum „Kann denn Wandern politisch sein“, eine Jubiläumswanderwoche in Zusammenarbeit mit der KVB, auf die sogar per Laufband hingewiesen wird, Wanderungen auf historischen Pfaden und ein Mitsingkonzert kölscher Wanderlieder in Leidenhausen. Pünktlich zur Jubiläumsfeier im Oktober erscheint eine 64seitige Festschrift und ein Jubiläumswimpel. Im September feiert auch der Kölnpfad sein 5jähriges Bestehen mit Wanderaktionen und einem Fest.

2014 erhält der Kölner Eifelverein den mit 500 Euro dotierten Umwelt-Spezialpreis der Europäischen Wandervereinigung (EWV). Damit wird honoriert, dass der KEV im Jahr 2013 alle 718 Wanderungen ausschließlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln durchgeführt hat.

2015 übernimmt der KEV vom Sauerländischen Gebirgsverein den Wanderweg X9, ein Teilstück des Wanderwegs der Deutschen Einheit. Dies bietet gleichzeitig die Möglichkeit, das Vereins-Wanderheim in Bülgenauel an der Sieg ins KEV-Wegenetz einzubeziehen. Zwei neue KEV-Wege werden am 3. Oktober 2015 eingeweiht: Der X9 von Schneppe über Eitorf, Nonnenberg und Margarethenhöhe nach Königswinter und der 1A von Hennef über Bröl. Bülgenauel, Nonnenberg und Margarethenhöhe nach Königswinter. Das KEV-Wegenetz wächst so um 80 auf 780 km.
Die KEV-Wegezeichner übernehmen eine weitere Aufgabe: Im Auftrag der Kölner GrünStiftung prüfen und pflegen sie den neuen 63 km langen Grüngürtel-Wanderweg.

2016 Anfang Juni erhält der KEV-Vorsitzende einen Brief der Stadt Hennef, in dem die Baugenehmigung für das Wanderheim in Bülgenauel in Frage gestellt wird. Es wird mit Abbruch der Gebäude gedroht. Wie sich herausstellt, haben alle Hausbesitzer im Wochenendhaus-Gebiet einen ähnlichen Brief erhalten. Es wird deutlich, dass das gesamte Gebiet in eine landwirtschaftliche Nutzfläche umgewandelt werden soll. Eine Interessengemeinschaft wird gegründet, um den Fortbestand zu sichern. Der KEV tritt ihr bei.

 

2017 erscheint ein neues Wanderbuch mit dem KEV als Herausgeber. Kulturwart Dr. Franz Josef Becker veröffentlicht "Wasserwege im Rheinland" mit Beschreibungen von Wanderungen entlang Flüssen und Bachläufen.

2018 Ende September feiert der KEV das zehnjährige Bestehen des Kölnpfads mit Wanderaktionen und einem Fest im Straßenbahnmuseum Thielenbruch. Pünktlich zum Fest erscheint die überarbeitete 4. Auflage des Kölnpfad-Buchs.