Offener Brief zur geplanten Einstellung des Halts Gut Leidenhausen Bus Linie 423

an Stadt Köln, Fraktionen des Stadtrats, KVB-Vorstand

Wir – der Kölner Eifelverein – bieten als umweltbewusster Wanderverein mit über 800 Mitgliedern regelmäßig Wanderungen an, die in Gut Leidenhausen beginnen oder enden. Hierfür ist eine gute Anfahrt mit dem öffentlichen Nahverkehr sehr wichtig. Diese bestand bisher (zumindest in einer Richtung) mit dem Bus Nr. 423 von der Stadtbahnlinie 9 in Königsforst aus. Nun haben wir erfahren, dass über eine Verkürzung der Strecke nachgedacht wird und damit die Haltestelle Gut Leidenhausen entfällt. 

Außer unseren Mitgliedern wären von dieser Maßnahme auch die zahlreichen Besucher von Gut Leidenhausen betroffen. Hier befindet sich nicht nur ein attraktives Erholungsgebiet mit einem großen, sehr beliebten Spielplatz. Hier finden ganzjährig auch verschiedenste umwelt- und naturbezogene Kurse, Workshops, Exkursionen und Vorträge, aber auch größere Veranstaltungen statt. Dies an mehr als der Hälfte der Tage in 2026, mit jeweils mindestens einem Termin, aber auch bis zu acht pro Tag zwischen 8 und 22 Uhr. Nicht zu vergessen die vielen Schulklassen, die in der Waldschule Unterricht in Sachen Natur und Naturschutz erleben. 

Daraus ergibt sich theoretisch eine ausreichende Nachfrage. Wenn die Fahrgastzahlen dies nicht widerspiegeln, liegt das sicherlich daran, dass eine Rückfahrt zur Haltestelle Königsforst auf der gleichen Strecke nicht angeboten wird. Stattdessen muss man mit Bus 423 weiterfahren bis Porz und dort in S-Bahn oder Linie 7 umsteigen, um in die Stadt zurückzufahren. Alternativ gibt es nur die Möglichkeit, mit der Buslinie 151/152 bis Porz-Eil zu fahren und von dort zu Fuß über die Straße Hirschgraben und durch den Wald in ca. 20-30 Minuten zum Gut Leidenhausen zu gelangen. Für Familien mit Kindern, Schulklassen und Senioren ist das sehr umständlich. Damit ist eindeutig klar, dass die Betrachtung der aktuellen Auslastung der Buslinie nicht das tatsächliche Potenzial wiedergibt. Wie auch von der Bezirksvertretung Porz gefordert, müsste zunächst ein brauchbares Angebot für die Gegenrichtung geschaffen werden.

Es ist im Übrigen schwer nachvollziehbar, dass ein Umweltbildungszentrum und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald praktisch nur per Pkw erreichbar sind. Wie ist das vereinbar mit den Klimazielen der Stadt Köln??? 

Wir bitten Sie eindringlich, den Sachverhalt mit dem notwendigen Verantwortungsgefühl für ein so dringendes Thema sorgfältig zu prüfen und dabei auch die Interessen der Familien, Schüler und Senioren zu berücksichtigen. Die aktuelle Hitzewelle zeigt, dass das Thema Klimaschutz nicht „auf die lange Bank“ geschoben werden sollte.

Mit freundlichen Grüßen,

Kölner Eifelverein e. V. 

30. Juni 2026