Wandern durch den Frühling in Köln

Jetzt zur Zeit der Raps-Blüte machen Wanderungen entlang der gelben Blütenpracht besonders viel Spaß. Und dafür muss man die Stadtgrenzen Kölns nicht verlassen. Beispiel: Rundweg in Köln-Brück. Ab Brücker Mauspfad (erreichbar mit KVB Linie 1) geht es über den Kreuzchesweg an einem Rapsfeld mit Blick auf Gut Mielenforst entlang bis zum Zweiten Wald von Köln, von dort über den Mielenforster Kirchweg bis Gut Mielenforst mit dem wunderschönen Gutshaus. Von hier hat man die Wahl: Entweder man wandert geradeaus zum Mauspfad (Haltestelle Bus 154 am Waldfriedhof) oder man biegt vor dem Gut rechts ab und wandert an der Wald-Grabstätte der Familie Andreae, die das Gut erbaut und bewirtschaftet hat, entlang zurück zum Mauspfad und zur Straßenbahnhaltestelle.

Ein weiteres Rapsfeld erreicht man über den Kölnpfad des Kölner Eifelvereins, der Köln in elf Etappen (insgesamt 170 km) umrundet. Etappe 6 startet in Mülheim, führt am Rhein entlang zum Stammheimer Schlosspark. Nach einem Bummel durch den Park trifft man am Schlosstor auf die Egonstraße, der man Richtung Flittard an der Kläranlage vorbei bis zum Rapsfeld und zum preußischen optischen Telegrafen folgt. Von hier geht es über die Edelhofstr. zurück zum Kölnpfad oder zur nahen Bushaltestelle.

Besonders attraktiv ist derzeit auch eine Kölnpfad-Wanderung vom RheinEnergie-Stadion zum Decksteiner Weiher, denn man wandert durch eine Allee mit blühenden Kastanienbäumen.

Sehenswert sind auch die blühenden Tulpen im Rheinpark und die wunderschönen Azaleen, Weißdorn, Rhododendron. Es gibt dort auch Blauglockenbäume und einen pinkfarben blühenden Judasbaum. Den Spaziergang durch den Rheinpark kann man gut verbinden mit einem Bummel durch die Flora, die jetzt auch voll in Blüte steht. Die Zoobrücke verbindet beide Park optimal. Blauglockenbäume stehen übrigens auch vor dem Deutzer Bahnhof!

Stadtspaziergänge auf den Spuren von Kölner Prominenten

1)...Konrad Adenauer

Los geht es am Neumarkt. Erste Station ist das Adenauer-Denkmal an der Apostelnkirche. Von dort geht es weiter zum ehem. Amerikahaus auf der Hahnenstr. Hier gibt es eine Tafel, die daran erinnert, dass Adenauer das einstmals dort stehende Königl. kath. Gymnasium besucht hat. Weiter geht es zur Schaafenstr. 7 (linkerhand abbiegen in Straße am Rinkenpfuhl, dann rechts). Hier ist Adenauer aufgewachsen und hat dort auch noch nach seinem Jurastudium (in Bonn!) gelebt. Geboren ist er am 5.1.1876 in der Balduinstr. 6 (Querstr. linkszur Schaafenstr.), eine große Tafel erinnert daran. Von hier geht es weiter zum Rudolfplatz, über die Aachener Str. (hier gibt es eine Reihe schöner alter Häuser an) vorbei am Aachener Weiher und über die Kanäle (Clarenbach- und Rautenstrauch-Kanal) zum Stadtwald und weiter am Weiher vorbei zur Max-Bruch-Straße (Dürener Str. stadtauswärts, erste Straße rechts), wo Adenauer 1917-1933 im Haus Nr. 6 gelebt hat, bis die Nazis ihn abgesetzt haben und er sich verstecken musste. Wer will, kann jetzt noch durch den Stadtwald zum Adenauerweiher (!) und am Stadion vorbei zur Aachener Str. laufen. Zur Erinnerung: Adenauer war Kölns OB von 1917 bis 1933.

Ganz kurz einige seiner Leistungen für Köln:Gründung Universität Köln 1919, Messe 1924, Schaffung des Grüngürtels inkl. Sportpark Müngersdorf, Ansiedlung WDR, Bau des Nordhafens und der Mülheimer Brücke, Ansiedlung von Ford.

2) ... Heinrich Böll,
Schriftsteller, Nobelpreisträger und Kölns Ehrenbürger, der am 21.12.1917 in der Teutoburger Str. 26 (Neustadt Süd - Ecke Bonner Str.) geboren ist. Er ist schon als Kind häufig umgezogen und hat das auch als Erwachsener beibehalten. Im Internet sind die vielen Adressen zu finden. Spannend ist die Kreuznacher Str. 49 in Raderberg, wo die Familie ein Haus gekauft hatte, das sie aber wegen der Finanzkrise schon nach acht Jahren wieder verlassen musste. Im Krieg zog Heinrich Böll mit seiner Frau Annemarie nach Much. Als er 1945 aus dem Krieg zurück war, "besetzte" er, - wie er selbst es bezeichnete - das Haus in der Schillerstr. 99 – wo man teilweise mit 17 Personen im Haus mit Küche, Diele, Bad, 4 Zimmern und 2 Mansarden lebte. Die Bölls setzten es in Stand – mit geklauten Baumaterialien, wie Böll selbst schrieb (nachzulesen im Buch "Köln gibt es schon, aber es müsste erfunden werden"). Anfangs gab es in der Küche sogar Glatteis am Boden, und das Wasser musste aus einem Hydranten auf dem Bayenthalgürtel geholt werden. Trotz der Enge hat er in dieser Zeit viel geschrieben. 1954 zog die Familie in die Belvederestr. 35 in Müngersdorf und ab 1969 wohnte er in der Hülchrather Str. 7 - das war wieder in Rheinnähe, den er wohl in Müngersdorf sehr vermisst hat.

Und hier die Route: Von der Schillerstr. kann man ganz gut zur Hülchrather Str. laufen, am Früh em Veedel vorbei - wo er gerne ein Kölsch getrunken hat - und an Maria im Kapitol, hier liebte er besonders die aus dem 12. stammende schielende Madonna. Und von dort natürlich am Rhein entlang bis zur Sedanstr. und hoch zum Reichensperger Platz und zur Hülchrather Str. Von dort kann man noch einen Bummel durchs nahe gelegene Fort X machen......

Bei schönem Wetter lohnt aber auch ein Ausflug in die Belvederestr. in Müngersdorf. Ab Hst. RheinEnergie-Stadion geht es über die Aachener Str. zur Wendelinstr. , an der Kirche St. Vitalis beginnt die Belvederestraße. Böll hat in Haus Nr. 35 gewohnt. Aber die Belvederestr. hat noch viel mehr zu bieten: Stadtvillen, Hofanlagen z.T. schon im Mittelalter urkundlich erwähnt, die Herrigergasse - vermutlich Kölns steilste Straße, die von ihr abzweigt -, das Archiv für Architekturwissenschaft des Architekten Oskar Mathias Ungers in Nr. 60, den Bahnhof Belvedere, das älteste in Originalgestalt erhaltene Bahnhofsgebäude Deutschlands... Hier stößt man auf den Kölnpfad, dem man bis Bocklemünd folgen kann. Oder man wandert in Gegenrichtung und kommt zurück zur Haltestelle RheinEnergieStadion.